Corona & Zwangsversteigerungen
Welche Folgen hat Corona auf die Immobilien?

Angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie fragen sich viele, ob in Deutschland demnächst die Zahl der Zwangsversteigerungen erkennbar zunehmen wird. Dabei kann es zu kurzfristigen Schnäppchen kommen. Allerdings gibt es einen gewissen Ablauf, welcher Zeit in Anspruch nimmt. Somit hätten Betroffene genug Zeit sich bei Verdichtung von Problemen selbst um den Verkauf einer Immobilie, zum Beispiel mit Hilfe eines Maklers zu kümmern.


Die Anzahl der Zwangsversteigerungstermine war 2019 auf einem absoluten Tiefststand. Im vergangenen Jahr kamen bundesweit rund 18.000 Immobilien "unter dem Hammer". Viele Experten rechnen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Corona-Krise für das 2020 mit einem deutlichen Anstieg.


Bei dem Thema sollte man erst einmal daran denken, dass es ein formell verzögerter Weg bis zum Zwangsversteigerungstermin ist. Banken haben in der Regel kein besonderes Interesse daran, dass von Ihnen finanzierte Immobilien zwangsversteigert werden. Zu einem ist es ungewiss, ob der Erlös bei einer Versteigerung ausreicht, um die bestehenden Verbindlichkeiten komplett zu tilgen, zum anderen kann eine Zwangsversteigerung schnell für schlechte Presse sorgen. Als letztes Mittel wird häufig der sogenannte freihändige Verkauf angeboten, der allerdings häufig an der Sturheit der Betroffenen scheitert. Erst wenn alle Mittel ausgeschöpft bzw. erfolglos waren, kommt es tatsächlich zum Versteigerungstermin. Dazu muss es aber nicht kommen. Der eigen veranlasste Verkauf kann und wird hier wesentlich bessere Erlöse einspielen.


Selbständige leiden gerade besonders unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise. Bei vielen Freiberuflern und Gewerbetreibenden hat der sogenannte Lock-Down dafür gesorgt, dass sie aktuell und auch in den kommenden Monaten keine bzw. wenig Einnahmen mehr haben. Dabei haben viele der sogenannten "Soloselbständigen" kaum Rücklagen für Notfälle. Etwas Luft verschaffen noch Zuschüsse vom Bund und/oder den Bundesländern. Aber diese Zuschüsse sind zeitlich und in der Höhe begrenzt. Bei vielen Selbständigen werden diese nicht reichen, um die laufenden Kosten zu tragen. Weitere Luft verschafft die Möglichkeit, die Zins- und Tilgungsraten für laufende Darlehen für 3 Monate auszusetzen. Aber auch das ist zeitlich begrenzt. Ob diese Maßnahmen ausreichen, hängt davon ab, wie lange der sog. Lock-Down bestehen bleibt und wie schnell Selbständige wieder Einnahmen generieren können.


Im schlimmsten Fall werden wir in den kommenden Monaten bei Selbständigen viele Insolvenzen zu verzeichnen haben. Wenn Selbständige über Immobilienvermögen verfügen, wird ein Insolvenzverwalter alles daran setzen, dieses Immobilienvermögen ggf. schnellstmöglich zu Geld zu machen, um damit bestehende Verbindlichkeiten abzulösen. Dabei geht es auch an die Immobilien.


Es gibt viele Selbständige, die in Immobilien investiert haben, um damit ihre Altersversorgung zu regeln. Das geht von der kleinen vermieteten Eigentumswohnung bis hin zum kompletten Mehrfamilienhaus. Einige Selbständige, die durch Corona in Schwierigkeiten gekommen sind, werden diese Immobilien jetzt ggf. von sich aus verkaufen, um so Liquidität zu bekommen oder sich von einem Kostenblock zu trennen. Ob da jetzt eine spürbare Verkaufswelle auf uns zukommt wird abzuwarten sein.


Viele Arbeitnehmer befinden sich derzeit in Kurzarbeit. Um den damit einhergehenden Einkommensverlust ein wenig abzufedern, können Betroffene die Zins- und Tilgungsraten zumindest für die kommenden Monate aussetzen. Im optimalen Fall endet die Kurzarbeit in absehbarer Zeit und alles läuft wie bislang gewohnt. Problematisch wird es für all die werden, die bei Unternehmen angestellt sind, denen Corona wirtschaftlich das Genick bricht. Hier dürfte es insbesondere auf die Hotel- und Gastronomiebranche besonders treffen. Aber bislang auch vermeintlich krisenfeste Unternehmen dürfte es noch hart treffen (z.B. die Automobilindustrie und die Luftfahrtbranche). In Regionen, die stark von einem Unternehmen und der dazugehörigen Lieferindustrie abhängen, kann es auf Dauer tatsächlich eng werden.


Ob es zu einem spürbaren Anstieg bei den Zwangsversteigerungen kommen wird, wird vor allem davon abhängen, wie schnell und nachhaltig wir die wirtschaftlichen Folgen von Corona überwinden. Das wird sich erst in den Monaten nach Ende des Lock-Down zeigen und dann ist es noch ein längerer formeller Weg bis es tatsächlich zu Zwangsversteigerungen kommen wird. Dazu muss es allerdings nicht kommen. Denn gerade dieser Zeitablauf ermöglicht es jedem sich, gegebenenfalls unter Hinzuziehung eines Maklers, selbst um den eigenen Verkauf zu kümmern.

Ihr Team von Schmidt Immobilien

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Schmidt Immobilien Ulm

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