Wird umziehen unbezahlbar?
Wird umziehen unbezahlbar?

Immer mehr Mieter in größeren Städten sitzen in ihrer Wohnung fest, weil es kaum bezahlbare Alternativen gibt. Ausgerechnet die Mietpreisbremse könnte das Problem noch verschärfen.

Viele Mieter haben das gleiche Problem: Die Wohnung passt nicht mehr so recht zu den eigenen Ansprüchen, man würde gern umziehen – doch trotz teils jahrelanger Suche klappt das nicht.

Die Neumieten sind vielerorts so hoch, dass sich die Menschen einen Umzug schlicht nicht leisten können. Egal ob die zwei Zimmer für junge Eltern durch die Geburt des ersten Kinds zu klein geworden sind, oder ob ältere Ehepaare ihre geräumigen Altbauwohnungen gar nicht mehr voll nutzen – ihnen allen bleibt häufig nichts anderes übrig, als in der alten, eigentlich unpassenden Wohnung zu bleiben.

Wirtschaftsspezialisten nennen das den sogenannten Lock-in-Effekt: Die Kosten eines Wohnungswechsels – vor allem durch die höheren Neumieten – sind in vielen Städten so hoch, dass ein Umzug finanziell nicht zu stemmen ist. Die wechselwilligen Mieter bleiben dadurch quasi in ihrem Status quo eingesperrt. Am häufigsten sind dabei ältere Menschen betroffen. Daneben sind vor allem junge Familien und Berufseinsteiger die Leidtragenden.

Der Lock-in-Effekt lässt sich auch statistisch belegen: So sank die Umzugsquote in Deutschland in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Zogen 2007 noch knapp 13 Prozent der Deutschen um, waren es 2015 nur noch 9 Prozent, das ist ein Rückgang um rund ein Drittel.

In Berlin, München, Frankfurt oder Hamburg, wo die Mieten in den vergangenen Jahren teils um bis zu 40 Prozent gestiegen sind, sind die Umzugsquoten besonders niedrig.

Um solche extremen Teuerungen künftig zu verhindern, führte die Bundesregierung im vergangenen Jahr die sogenannte Mietpreisbremse ein. Eine gute Idee, könnte man meinen oder nicht?

Lock-in-Effekte sind typisch für sehr streng regulierte Märkte. Dort leben noch heute viele ältere Ehepaare, deren Miete letztmals in den Siebzigern erhöht wurde. Angesichts einer Verzigfachung der Miete scheint bei solchen Paaren ein Umzug nahezu ausgeschlossen. Ihre Wohnungen verschwinden de facto vom Markt.

Diesem verknappten Angebot steht wegen der Mietpreisbremse eine erhöhte Nachfrage gegenüber. Wenn die Mieten nicht weiter in den Himmel schießen, wird der Ansturm auf viele Wohnungen wohl noch wachsen, obwohl bereits heute in vielen Gegenden extremer Mangel herrscht. Das Haupthindernis für einen Umzug sind dann nicht die horrenden Forderungen der Vermieter, sondern die extreme Konkurrenz unter den Interessenten. Das Ergebnis ist in beiden Fällen gleich: Der Mieter will umziehen, aber kann nicht.

Dabei hätte es für alle Beteiligten Vorteile, wenn der Wohnungsbestand besser aufgeteilt würde. Viele Senioren, deren Kinder längst aus dem Haus sind, würden sich mit einer kleineren, barrierefreien Wohnung leichter tun. Oft sehen sie es jedoch nicht ein, für die neuen 70 Quadratmeter genauso viel zu zahlen wie für ihre alten 130 Quadratmeter. Einige Wohnungsgenossenschaften bieten daher bereits Wechselprämien an oder übernehmen die Umzugskosten, um Älteren einen Wohnungswechsel schmackhaft zu machen.

Wir sind für Sie immer am Puls der Zeit in Sachen Immobilien.

Ihr Team von Schmidt Immobilien GmbH aus Ulm

Quelle Foto: <a href="https://de.freepik.com/fotos-vektoren-kostenlos/menschen">Menschen Foto erstellt von yanalya - de.freepik.com</a>

Quelle: ansehen
Schmidt Immobilien Ulm

Der gute Grund für ihren GRUND!